EAM, UAM, alles Unternehmensarchitektur – oder was?

industrie 4.0 - usine du futur - 2015_11 - 004Unternehmen sind heute komplexe Gebilde: eine Vielzahl von IT-Systemen und Organisationseinheiten, Produkten und Geschäftsprozessen. Dreht man an einer Schraube, drehen sich andere Schrauben mit oder bleiben stecken. Werden neue Schrauben eingebaut, sollte bewusst sein, wie sich dies auf das Gesamtgebilde auswirkt. Durch Unternehmensarchitektur-Management (UAM) gelingt der Blick auf das Ganze.

Wer als Hobbyhandwerker schon mal geschraubt und gehämmert hat, kennt die folgenden Herausforderungen. Das Beispiel Aufhängen von Küchenschränken ist natürlich rein fiktiv und hat nichts mit eigenen Erfahrungen zu tun 😉

  • Infrastruktur berücksichtigen: Wo laufen Wasser- und Stromleitungen, ggfs. Gasleitungen?
  • Auswirkungen auf Geschäftsprozesse prüfen: Wie lange muss das Kochen outgesourct werden (z.B. auf ein Pizza Taxi)? Welche weiteren Geschäftsprozesse sind positiv oder negativ betroffen?
  • Abhängigkeiten von Modulen und Systemen evaluieren: Wie verschieben sich angrenzende Schränke, wenn ein Schrank ausgerichtet wird?
  • Stakeholder managen: Wer ist vom (vorübergehenden) Umbau betroffen? Wer von der veränderten, neuen Situation?

Ein Küchenumbau mag mit überschaubaren Kenntnissen erfolgreich gestaltet werden können. Geht es um die Architektur eines Hauses steigt die Komplexität entsprechend: mehr Infrastruktur mit größeren Abhängigkeiten, steigende Anzahl von Stakeholdern, verzahnte Geschäftsprozesse, die reibungslos laufen sollen.

Die Architektur eines Unternehmens stellt viel weitergehende Herausforderungen:

  • IT ist „historisch gewachsen“ statt geplant
  • Dezentrale Entscheidungen statt abgestimmtes Vorgehen
  • Änderungen am „schlagenden Herzen“, d.h. das Geschäft läuft weiter und kann nicht für eine technologische Veränderung (vorübergehend) gestoppt werden
  • Technologischer Fortschritt trifft auf etablierte Strukturen und (IT-)Systeme

Erfolgreiche Unternehmen betrachten Business und IT und entwickeln eine integrierte Sicht mit beiden Seiten. Der Erfolg der Unternehmens- und IT-Strategie mittels neuer Geschäftsmodelle und technologischer Veränderungen kann nur gelingen, wenn der Blick auf das Ganze ausgerichtet ist.

Häufig wird Enterprise Architecture Management (EAM) noch stark auf IT fokussiert. Erst im Zusammenspiel mit der Business Architektur auf der Fachseite vervollständigt sich das Bild für das Gesamtunternehmen. Unternehmensarchitekten behalten den Überblick, kennen die fachliche und die IT-Architektur mit ihren Verbindungen und Abhängigkeiten.

Nicht immer müssen umfassende Metamodelle und Frameworks eingesetzt werden, wie TOGAF, DoDAF, Archimate. Best Practice EAM kommen mit schlanken Modellen aus, die zielgerichtet die richtigen Visualisierungsformen nutzen (z.B. Prozesslandkarten, Bebauungspläne, SW-Landschaften, Facharchitektur, Geschäftsmodelle).

Die Ausbildung zum Unternehmensarchitekt mit ibo-Zertifikat setzt diese ganzheitliche Ausrichtung um. Alle für das Unternehmensarchitektur-Management (UAM) relevanten Themen werden in dieser Reihe in angemessener Breite und Tiefe behandelt. Sie erfahren, was UAM ist und welche Aufgaben Sie erwarten. Sie integrieren Ihre Rolle als Unternehmensarchitekt in die bestehenden Prozesse der Fach- und IT-Seite. Profitieren Sie davon, konkrete Anwendungsfälle anhand zahlreicher Beispiele und Berichte aus der Praxis kennenzulernen. Üben Sie anhand eigener Beispiele und wenden die Inhalte in Ihren eigenen Fragestellungen an.

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