Hybride Projektleitung?

Oder: „Wie lässt sich mein Projekt „hybridisieren“?

Abgestimmte Ressourcen und transparente Rollen, klare Ziele und konkrete Anforderungen sowie ein effektives und akzeptiertes Vorgehen in einem angemessenen und überschaubaren Zeitraum – war das nicht DAS Rezept für erfolgreiche Projektarbeit?

Begriffe wie Selbstorganisation und Agilität gehören heute zum normalen Sprachgebrauch, wenn über Projektmanagement gesprochen wird. Aber ob eine Projekt-Aufführung rein klassisch oder durch agile Tools aufgefrischt eher hybrid erfolgt – auf den Bühnen unserer Kunden spielen Menschen die Hauptrollen.

Sie sind Projektleitung oder Teil eines Lösungsteams, sie sind Product Owner oder Mitglied eines Lenkungskreises. Sie haben unterschiedlich definierte und individuell geprägte Rollen, Aufgaben und Verantwortlichkeiten. Mehr oder weniger geplant verfolgen sie gemeinsame Ziele und bringen ihr Expertenwissen operativ zur Entwicklung kreativer Lösungen ein. Sie nutzen agile Tools und arbeiten iterativ, sind eigenverantwortlich und flexibel, weniger träge und offener für die Akzeptanz von Fehlern.

Im Projekt-Alltag entscheiden aber häufig nach wie vor „altmodische“ Kriterien über Erfolg und Scheitern unserer Vorhaben. Gerade in einer sich schneller drehenden Welt mit unvorhersehbaren Wendungen sind die „Soft Skills“ der Beteiligten und ihre Kommunikation miteinander wichtiger denn je. Sollten wir da nicht fragen: „Sprechen wir tatsächlich miteinander oder reden wir übereinander?“ Oder aber: „Nutzen wir unsere Fehler zur Weiterentwicklung?“ Ein kritischer Blick sei erlaubt.

Unsicherheit und Widerstände aufgrund erlebter Veränderungen, Unzufriedenheit und Konflikte wegen fehlender Transparenz und Abstimmung? Gerade jetzt, wenn das gewohnte Vorgehen „hybridisiert“ wird, entsteht echter Bedarf an methodisch ausgebildeten Projektleitungen mit hohen sozialen Kompetenzen. Diese dürfen dann auch Scrum Master oder Projektmanager heißen. In der Praxis kommt es darauf an, was in ihnen steckt und nicht, welche Titel sie tragen.

Und um jetzt noch einmal auf die bereits angesprochenen Projektbühnen zurück zu kommen: wir sprechen hier über die Hauptrollen! Und die Erwartung an einen klassisch ausgebildeten Theater-Schauspieler ist sicherlich legitim, dass er auch in einer modernen Inszenierung eine überzeugende Leistung abliefert und bei Bedarf improvisieren kann. Eine Ausbildung hoher Qualität ermöglicht neben den ganz persönlichen Fähigkeiten der gefragten Akteure ein überzeugendes und souveränes Auftreten und löst Begeisterung und Applaus im kritischen Publikum aus.

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