Ist Apple mit Steve Jobs gestorben?

Auch wenn böse Zungen das mit Ja beantworten würden, hat sich in der Breite doch die Erkenntnis durchgesetzt, dass langfristig erfolgreiche Unternehmen ihren Erfolg nicht nur der Genialität einzelner Personen verdanken. Vielmehr ist es die kollektive Intelligenz und Kompetenz, die solche Unternehmen hervorragend auszuschöpfen verstehen.

Was ist ihr Erfolgsrezept? Haben sie einfach die besseren Mitarbeiter? Wahrscheinlich nicht. Aktuelle Studien zu kollektiver Intelligenz zeigen, dass es auf das richtige Mix an Mitarbeitern ankommt. Die intelligentesten machen nicht unbedingt das Team intelligenter.

Sehr wahrscheinlich sind sie einfach nur besser in der Lage, die erforderlichen Bedingungen zu schaffen und die Eigenverantwortung ihrer Mitarbeiter zu stärken. Selbstwirksamkeit ist hier das Schlagwort, also die Kompetenz und das Vertrauen darauf, eine anstehende Aufgabe erfolgreich bewältigen zu können: sie bewirkt, dass Menschen deutlich selbstmotivierter sind und weit mehr tun, als sie müssen. Verabschieden wir uns also von der alten These: „Jeder tut nur soviel, wie er unbedingt muss“. Laut einer Studie der Universität Bonn tun die meisten Menschen mehr, als sie müssten – es sei denn, sie fühlen sich bei ihrer Arbeit fremd-kontrolliert. Dann lassen Motivation und Leistung deutlich nach.

Privat erlebe ich das ständig. Mal lockt mich laute Musik in die Küche, wo unsere Kinder, plötzlich ein Herz und eine Seele, alles blitzblank geputzt haben und ein duftender Kuchen auf dem Tisch steht. Aber wehe, wir fragen an einem anderen Tag: hast Du Deine Puddingschüssel auch weggeräumt? Dann steht diese bestimmt noch eine Woche herum:-) Privat haben wir uns auch daran gewöhnt, dass Druck nur Sturheit und Gegendruck erzeugt. Wir müssen verstehender vorgehen. Selbstwirksamkeit entsteht vor allem durch Erfolgserlebnisse. Die saubere Küche und unsere erstaunten Augen, der gemütliche Familienkaffee anschließend mit dem frischen Kuchen, die Wertschätzung, das alles führt dazu, dass unsere Kinder häufiger einen Motivationsschub zur Beteiligung am Haushalt bekommen.

Aber kann sich eine Führungskraft das leisten? Einfach loslassen und warten, bis die Mitarbeiter durch genügend positive Erfahrungen von selbst motiviert werden? Das würde sicher schwierig, denn auch der Druck auf die Führungskraft ist hoch und wird eher noch höher. Es gibt aber ein paar weitere Stellschrauben:

  1. die Frequenz der Erfolgserlebnisse erhöhen
    Definieren Sie Erfolg in kleineren Schritten. Dazu stecken Sie klare Gestaltungsräume ab, innerhalb derer die Mitarbeiter eigenverantwortlich ihre Arbeit tun und ihre eigenen Optimierungsziele setzen und erreichen können.
  2. an der Führungsbeziehung arbeiten: weg von Anweisen und Nachfassen hin zu Problemlöseprozesse in Gang bringen und begleiten (ohne die meisten Antworten selbst zu geben;-).

Gibt es dafür ein empfehlenswertes Vorgehen? Ja. Eines davon ist z.B: die bei Toyota erfahrene Verbesserungs-KATA.
Mit der Verbesserungs-KATA wird eine sehr einfache, aber universelle Routine verankert, nach der Verbesserung tatsächlich fester Bestandteil der täglichen Arbeit wird. Diese Routine lernt jeder Mitarbeiter und jedes Team. Die Führungskräfte agieren dabei als Coach und lernen hierfür ebenfalls eine Routine zu befolgen. Durch die klaren Rollenerwartungen und Vorgehensroutinen entstehen neue Spielräume der selbstwirksamen Handlung. Alle Beteiligten werden kompetenter darin, ihr eigenes Handeln zu hinterfragen und von sich aus zu verbessern. Die kontinuierlichen Erfolgserlebnisse und die erfahrene Wertschätzung im Coaching-Prozess sorgen für eine langfristig positive Kultur der Verbesserung.

Wenn Sie solche Themen interessieren, kommen Sie doch am 11. März auf unser Trendforum Change Management zum Thema: Macht ‚Macht‘ Prozesse besser?

2 Kommentare

  1. Der Zusammenhang mit dem eigenen Privatleben ist gar nicht mal so verkehrt. Ich sag ja immer so, Erfolge glänzen durch Misserfolge und ohne Misserfolge haben wir keine erkennbaren Erfolge.

  2. Hallo,

    vielen Dank für diesen interessanten Beitrag über Steve Jobs. Ich schreibe gerade eine kleine Biografie über Jobs für meine Webseite und konnte die neuen Infos gut gebrauchen.

    Liebe Grüße, Stefan

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