Lean- und Selbstmanagement: Ein gutes Paar

Ein Workshop zur Klärung des Service- und Arbeitsverständnisses seines Ressorts war das wichtigste Ziel unseres Kunden. Dabei sollten die Teilnehmer auch Methoden des Selbst- und Zeitmanagements kennenlernen und üben. Die Idee des Vorstandes einer großen Volksbank war, mit dieser Themenkombination sowohl den Interessen der Geschäftsleitung als auch denen der Teilnehmer Rechnung zu tragen.

Um den Transfer zu verbessern und die Motivation zu erhöhen fand die Veranstaltung in einem 5-Sterne-Schlosshotel statt, das in der Regel den Führungskräften vorbehalten ist. Somit wurden die Teilnehmer nicht durch das Tagesgeschäft abgelenkt und in der großzügigen Unterbringung spiegelte sich auch die Wertschätzung des Vorstandes wieder. Dass er zum Auftakt und Abschluss der Veranstaltung mit dabei war unterstrich zusätzlich die Bedeutung der Themen.

Für uns stellte sich im Vorfeld bei der Konzeption die Frage, wie ich die Betrachtung des Ressorts mit der Selbstrefexion der Mitarbeiter schlüssig verknüpfen könnte. Wenngleich wir bei ibo zu beiden Themenfeldern über erprobet Konzepte verfügen, war diese Kombination doch neu für uns. So entschieden wir uns, die Organisation des Ressorts im Workshop unter Lean-Aspekten reflektieren zu lassen. Die positive Reaktion und das starke Engagement der Teilnehmer zeigte dann, dass dies eine gute Idee war, zumal sich die Lean-Gedanken ideal mit den Selbstmanagement-Prinzipien ergänzen und bei beiden Konzepten die Verantwortung für die Veränderung beim einzelnen Mitarbeiter liegt. Somit stellt Lean-Management auch eine sinnvolle Erweiterung des klassischen Prozessmanagements dar, das eher den Top-Down Ansatz verfolgt.

Aber soviel Praxisnähe erfordert auch den Mut aller Beteiligten. Die 5S des Lean-Managements auf sich und sein Arbeitsumfeld anzuwenden ist anstrengend und erfordert einiges an Überwindung. Aber wenn man sich einmal dazu aufgerafft hat, im Arbeitsumfeld zu s-ortieren und zu s-tandardisieren, überkommt einen etwa das gleiche gute Gefühl, das man nach einem großen Umzug oder einer Ausmistaktion im heimischen Keller hat. Da fehlt dann nur noch ein Bier …

Schwieriger wird es, das „S“ für Selbstdisziplin am Leben zu halten und regelmäßig über den Tisch und an die Schränke zu gehen. Spannende Diskussionen haben sich auch bei uns im Hause zu der Frage ergeben, ob Lean-Administration-Ansätze durch die Führung „angeordnet“ werden sollten, oder ob man besser auf die intrinsische Motivation der Mitarbeiter baut. Wir haben dazu noch keine allgemein gültige Antwort gefunden und werden die Diskussion sicher noch fortführen.

Ach ja, um unsere Banker vom Anfang der Geschichte nicht zu vergessen: Die haben am Ende der Veranstaltung einen verbindlichen Termin vereinbart, an dem sie über die konkrete Umsetzung der Workshopinhalte diskutieren wollen.

 

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