Haben Sie schon einmal die Notbremse gezogen?

Mussten Sie schon einmal die Notbremse während einer Bahnfahrt ziehen oder haben Sie es schon einmal erlebt, dass dieses Ereignis eintritt? Ich zum Glück noch nicht. Aber ich stelle mir vor, wie ein Ruck durch die Waggons zieht, Fahrgäste stolpern, Gepäck rumpelt hin und her. Ein lautes Quietschen der Räder begleitet die Situation. Eine große Unsicherheit bei allen Beteiligten prägt das Bild, das mir dazu in den Kopf kommt. Steht der Zug, sortiert sich die Situation nur langsam und jeder ist auf der Suche nach einer Erklärung für das Geschehen. Die Wirkung der Maßnahme hallt jedoch noch lange nach… obwohl es in diesem Fall als Ursache der Bremsung eine Notfallübung war und niemand zu Schaden gekommen ist.

Mussten Sie in Ihren Projekten schon einmal die Notbremse ziehen? Ich schon häufiger! Das Erkennen und Analysieren von Abweichungen zwischen geplantem Soll-Zustand und dem tatsächlichen Ist-Zustand, sowie die Einleitung von geeigneten Korrekturmaßnahmen kennen wir als Diagnose und Steuerung von Projekten. Oftmals ist ein schnelles Reagieren wichtiger als auf spät vorliegende Informationen aus Statusberichten zu warten. Aber es bleibt die Frage, wann der richtige Zeitpunkt zum Reagieren gekommen ist. Denn eine von Ihnen eingeleitete Maßnahme kann wie eine Notbremse wirken und alle Beteiligten nachhaltig durcheinander schütteln.

Reaktionszeiten

Egal für welches Vorgehen Sie sich entscheiden, ob Sie auf die nächste Berichtsperiode warten oder ob Sie leichte Korrekturmaßnahmen einleiten oder ob Sie direkt die Notbremse als starke Korrekturmaßnahme wählen: Wichtig ist es eine Entscheidung zu treffen! Aktiv eine Entscheidung zu treffen, bedeutet die Situation zu kennen und auf Grund der vorliegenden Informationen und Ihren Erfahrungen den weiteren Weg zu bestimmen. Und meine Erfahrung ist, dass auch die Notbremse eine gute Entscheidung sein kann, aber nicht immer sein muss…

Abbildung aus: Ganzheitliches Projektmanagement (ibo-Schriftenreihe)

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